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Käufer

Was deckt das Hausgeld ab und wie wird eine Wohnanlage verwaltet?

Wie das Hausgeld festgesetzt wird, was bei Nichtzahlung geschieht und warum Sie das Protokollbuch lesen sollten. Die Fragen vor dem Kauf in einer verwalteten Anlage.

6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. August 2026

Wer eine Wohnung in einer Anlage kauft, muss neben den Angebotspreis das Hausgeld schreiben. Über zehn Jahre Eigentum summiert sich der monatliche Beitrag auf einen nicht unerheblichen Anteil des Kaufpreises und mindert die Mietrendite unmittelbar.

Wonach bemisst sich das Hausgeld?

Nach dem Wohnungseigentumsgesetz wird ein Teil der Ausgaben nach Miteigentumsanteil, ein Teil zu gleichen Teilen umgelegt. Sieht die Teilungserklärung etwas anderes vor, gilt diese. In der Praxis rechnen große Anlagen meist nach Bruttoquadratmetern ab.

  • Personalkosten: Sicherheitsdienst, Reinigung, Technik — in der Regel der größte Einzelposten
  • Strom, Wasser und Heizung der Gemeinschaftsflächen
  • Wartungsverträge für Aufzüge, Notstromaggregate und Druckerhöhungsanlagen
  • Betrieb von Pool, Grünanlagen und Sportflächen
  • Die Instandhaltungsrücklage — der Anteil, der für Dach, Fassade und Aufzugserneuerung angespart wird

In Anlagen mit Pool und großzügigen Grünflächen kann das Hausgeld das Drei- bis Vierfache eines gewöhnlichen Wohnhauses gleicher Größe erreichen. Wenn Sie die Gemeinschaftsflächen nicht nutzen werden, rechnen Sie diese Differenz als Jahreskosten mit.

Zwei Unterlagen, die Sie vor dem Kauf lesen sollten

Die erste ist die Teilungserklärung: die Verfassung der Anlage, im Grundbuch vermerkt. Beschränkungen zu Haustieren, Kurzzeitvermietung, gewerblicher Nutzung und Fassadenänderungen stehen hier. Planen Sie eine Nutzung, die die Erklärung nicht zulässt, müssen Sie sie vor dem Kauf sehen.

Die zweite ist das Protokollbuch: die Beschlüsse der Eigentümerversammlung der letzten zwei bis drei Jahre. Eine bevorstehende große Ausgabe — Fassadensanierung, Aufzugstausch, Dämmung — zeigt sich dort. Aus diesem Buch erkennen Sie am deutlichsten, dass das Hausgeld bald steigt oder eine Sonderumlage kommt.

Was geschieht, wenn das Hausgeld nicht gezahlt wird?

Es laufen Verzugszinsen auf, und die Verwaltung kann die Zwangsvollstreckung betreiben. Das Gesetz gewährt den übrigen Eigentümern zudem ein gesetzliches Pfandrecht an der Einheit des Säumigen. Hausgeldrückstände sind eine ernste Schuld; zahlt Ihr Mieter nicht, trifft die Haftung weiterhin Sie.

Für den Käufer ist entscheidend: Das Wohnungseigentumsgesetz macht den neuen Eigentümer neben dem früheren für rückständiges Hausgeld haftbar. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Verwaltung vor der Umschreibung einzuholen dauert wenige Minuten und wendet eine erhebliche Überraschung ab.

Das wird am häufigsten gefragt

Ist Hausgeld auch für eine leerstehende Wohnung zu zahlen?
Ja. Das Hausgeld haftet der Einheit an, nicht ihrer Nutzung. Für einzelne Posten wie die Heizung kann für einen nicht bewohnenden Eigentümer ein ermäßigter Satz gelten, eine Befreiung von den Gemeinschaftskosten gibt es jedoch nicht.
Soll der Mieter das Hausgeld zahlen?
Das kann im Mietvertrag vereinbart werden und ist verbreitet. Gegenüber der Verwaltung haftet jedoch der Eigentümer; zahlt der Mieter nicht, wendet sich die Verwaltung an Sie.
Wer setzt das Hausgeld fest?
Die Eigentümerversammlung, indem sie auf der Jahresversammlung den Haushalt beschließt. Der Verwalter kann es nicht allein erhöhen; der Beschluss muss im Protokoll erscheinen.
Darf ich in der Anlage kurzzeitig vermieten?
Nur wenn die Teilungserklärung es nicht untersagt und die Eigentümer einstimmig zugestimmt haben. Diese Einstimmigkeit verlangt das Gesetz für eine Genehmigung zur touristischen Vermietung; ein einziger Widerspruch stoppt das Verfahren.

Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Die Rechtslage kann sich ändern; wenden Sie sich vor einer Transaktion an Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt.